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- Amazon Germany Store: https://www.amazon.de/dp/B00AS8W40S?tag=9natreegerman-21
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#Magersucht #AnorexiebeiMaennern #Erfahrungsbericht #RückfallundGenesungsprozess #KontrolleundZwang #Dannisshaltwas
Dann iss halt was! von Christian Frommert ist ein autobiografischer Erfahrungsbericht über seine Magersucht und den langwierigen Versuch, mit der Erkrankung zu leben und ihr nicht mehr die Kontrolle zu überlassen. Frommert, als Journalist und Kommunikationsmanager bekannt, beschreibt den Weg in die Essstörung, die innere Logik der Krankheit und die Folgen für Körper, Beziehungen und Berufsleben. Das Buch bewegt sich zwischen persönlicher Lebensgeschichte und reflektierender Innenschau: Es will nicht medizinisch erklären, sondern nachvollziehbar machen, wie Anorexie sich anfühlt und warum der scheinbar einfache Ratschlag aus dem Titel ins Leere läuft. Besonders hervor sticht die Perspektive eines Mannes mit Magersucht, die gängige Klischees über Essstörungen herausfordert. Statt eines systematischen Ratgebers liefert Frommert eine offene, teilweise schonungslose Darstellung von Kontrolle, Angst, Rückfällen und kleinen Fortschritten. Dadurch wird das Buch vor allem zu einem Beitrag gegen Unwissen, Vereinfachung und Stigmatisierung.
Das Buch eignet sich vor allem für Menschen, die Magersucht nicht abstrakt erklärt bekommen wollen, sondern verstehen möchten, wie sich die Krankheit von innen anfühlt. Betroffene können in Frommerts Schilderungen eine seltene Form von Wiedererkennen finden, besonders Männer, die sich in vielen Darstellungen nicht repräsentiert sehen. Angehörige profitieren, weil der Text zeigt, warum gut gemeinte Sätze, Druck oder Vereinfachungen oft scheitern und wie sehr Scham und Ambivalenz den Alltag bestimmen können. Für Therapeutinnen, Ärzte und Beratende ist es kein Fachbuch, aber ein wertvoller Einblick in die subjektive Logik der Erkrankung, die im Behandlungsalltag leicht hinter Diagnosen und Checklisten verschwindet. Praktische Anleitung im Sinne eines klaren Programms liefert Frommert nicht, und genau darin liegt seine ehrliche Positionierung: Heilung erscheint als individueller, brüchiger Weg mit Rückfällen und kleinen Fortschritten. Im Vergleich zu vielen Essstörungsbüchern sticht Dann iss halt was durch die schonungslose Offenheit und die seltene männliche Perspektive hervor. Es arbeitet weniger mit Theorie als mit Sprache, die Nähe erzeugt, ohne zu vereinfachen. Wer Sensibilisierung, Verständnis und eine realistische Sicht auf Genesung sucht, findet hier ein prägendes, nachwirkendes Buch.