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#Bundeswehrgeschichte #Wiederbewaffnung #NATOundBündnisverteidigung #Auslandseinsätze #Zeitenwende #DieBundeswehr
Dies sind die Erkenntnisse aus diesem Buch.
Erstens, Wiederbewaffnung und Gründung im Schatten des Kalten Krieges, Ein zentrales Thema ist der politisch und moralisch hoch umstrittene Weg zur Wiederbewaffnung Westdeutschlands und zur Gründung der Bundeswehr. Die Darstellung beleuchtet, wie die junge Bundesrepublik zwischen dem Bedürfnis nach internationaler Einbindung und dem Misstrauen gegenüber militärischer Macht ihren sicherheitspolitischen Kurs fand. Dabei wird nachvollziehbar, weshalb die NATO-Integration, die Westbindung und die Abschreckungslogik des Kalten Krieges die frühen Strukturen, Ausbildung und Ausrüstung prägten. Zugleich wird die besondere Verfasstheit der Bundeswehr als Parlamentsarmee und das Leitbild der Inneren Führung als Antwort auf die deutsche Vergangenheit verständlich. Es geht um die Frage, wie demokratische Kontrolle, Staatsbürger in Uniform und militärische Professionalität zusammengeführt werden sollten. In dieser Phase entstehen Grundmuster, die bis heute nachwirken: die starke Bündnisorientierung, die hohe Bedeutung politischer Legitimation und der ständige Spagat zwischen militärischen Erfordernissen und gesellschaftlicher Akzeptanz. So wird die Gründungszeit als Schlüssel zum Verständnis späterer Reformen und Kontroversen erkennbar.
Zweitens, Die Bundeswehr als Verteidigungsarmee der NATO, Das Buch behandelt die Jahrzehnte, in denen die Bundeswehr vor allem als Verteidigungsarmee im Rahmen der NATO gedacht und geplant wurde. Im Mittelpunkt stehen die strategischen Annahmen über einen möglichen Großkonflikt in Europa, die daraus abgeleiteten Fähigkeitsanforderungen und die Bedeutung der Stationierung verbündeter Kräfte in Deutschland. Diese Epoche erklärt, warum bestimmte Waffensysteme, Führungsstrukturen und die starke Betonung der Landes- und Bündnisverteidigung lange Zeit den Kern des Selbstverständnisses bildeten. Ebenso wichtig ist die innenpolitische Dimension: Wehrpflicht, gesellschaftliche Debatten über Aufrüstung und Nuklearstrategie sowie die Rolle der Bundeswehr als Teil der politischen Identität der Bundesrepublik. Die Analyse zeigt, wie Routine und Abschreckung nebeneinander existierten und wie die Bundeswehr zugleich modernisiert und durch politische Kompromisse begrenzt wurde. Dadurch wird deutlich, dass die Leistungsfähigkeit der Streitkräfte nicht nur eine Frage militärischer Planung war, sondern immer auch von Haushalten, Koalitionen, Protestbewegungen und dem öffentlichen Bild des Militärs abhing. Diese Langzeitperspektive macht verständlich, welche Fähigkeiten nach 1990 verloren gingen und warum deren Wiederaufbau so komplex ist.
Drittens, 1990 als Zäsur: Wiedervereinigung, Friedensdividende und Umbau, Ein weiterer Schwerpunkt ist der Umbruch nach dem Ende des Kalten Krieges. Mit der Wiedervereinigung und dem Wegfall der unmittelbaren Blockkonfrontation veränderten sich Bedrohungswahrnehmungen, Truppenstärken und Prioritäten grundlegend. Die sogenannte Friedensdividende führte zu Kürzungen, Standortschließungen und zu einer Neuausrichtung, bei der klassische Großverbände und Vorräte weniger wichtig erschienen. Gleichzeitig musste die Integration von Teilen der ehemaligen Nationalen Volksarmee politisch, organisatorisch und kulturell bewältigt werden. Das Thema zeigt, wie stark sicherheitspolitische Prognosen die Struktur der Streitkräfte formen und wie riskant es ist, von dauerhaft stabilen Rahmenbedingungen auszugehen. In der Darstellung wird sichtbar, dass der Umbau nicht nur technische Fragen betraf, sondern auch Personal, Tradition, Führungskultur und die Beziehung zur Gesellschaft. Diese Phase erklärt viele heutige Engpässe: Wenn Fähigkeiten abgebaut, Industrie- und Instandhaltungsstrukturen ausgedünnt und Beschaffungsprozesse auf Sparlogik getrimmt werden, wirkt das lange nach. Das Buch macht nachvollziehbar, warum die Bundeswehr in den 1990er und 2000er Jahren in eine Zwischenlage geriet: weniger auf den großen Verteidigungsfall vorbereitet, aber auch noch nicht vollständig auf neue Einsatzrealitäten eingestellt.
Viertens, Vom Einsatzheer zur Belastungsprobe: Auslandseinsätze und neue Aufgaben, Die Entwicklung hin zu Auslandseinsätzen bildet ein wichtiges Kapitel der Bundeswehrgeschichte. Nach 1990 wurden internationale Missionen in Europa und darüber hinaus zu einem prägenden Erfahrungsraum, in dem sich Fähigkeiten, Führung und politische Entscheidungsprozesse bewähren mussten. Dabei geht es nicht nur um die operative Seite, sondern auch um rechtliche und gesellschaftliche Fragen: Parlamentsmandate, öffentliche Zustimmung, Risikoakzeptanz und die Verantwortung gegenüber Soldatinnen und Soldaten. Die Darstellung zeigt, wie sich Ausbildung, Ausrüstung und Einsatzgrundsätze verändern, wenn Stabilisierung, Krisenmanagement und Partnerschaftsmissionen in den Vordergrund rücken. Gleichzeitig werden typische Spannungen sichtbar, etwa zwischen ambitionierten politischen Zielen und begrenzten Mitteln, zwischen kurzfristigen Einsatzanforderungen und langfristiger Strukturentwicklung. Das Thema macht verständlich, warum die Bundeswehr in diesen Jahren zwar Einsatzkompetenz aufbaute, gleichzeitig aber für die Landes- und Bündnisverteidigung teils Substanz verlor. Auch die Rolle der Veteranen, die Folgen von Einsatzerfahrungen und die Bedeutung von Anerkennung und Fürsorge werden als gesellschaftliche Aufgaben sichtbar. So wird die Einsatzära als doppelte Belastungsprobe beschrieben: militärisch in der Praxis, politisch in der Legitimation.
Schließlich, Zeitenwende: Rückkehr der Landesverteidigung und strukturelle Herausforderungen, Die Zeitenwende steht im Buch als Chiffre für eine sicherheitspolitische Neuorientierung, in der Abschreckung, Bündnisverteidigung und die Fähigkeit zur schnellen, glaubwürdigen Einsatzbereitschaft wieder ins Zentrum rücken. Dieses Thema beleuchtet, warum die Anforderungen an Material, Munition, Personal, Führung und Infrastruktur in kurzer Zeit drastisch gestiegen sind und wie schwerfällig Systeme reagieren, die über Jahre auf Effizienz und Sparsamkeit getrimmt wurden. Im Fokus stehen typische Strukturprobleme: komplexe Beschaffung, lange Modernisierungszyklen, Mangel an Ersatzteilen und Instandsetzungskapazitäten sowie die Herausforderung, Attraktivität des Dienstes und personelle Durchhaltefähigkeit zu sichern. Zugleich wird deutlich, dass Zeitenwende mehr ist als Budgetfragen: Sie betrifft strategische Klarheit, Prioritätensetzung und die Fähigkeit, militärische Notwendigkeiten politisch zu erklären. Das Buch ordnet diese Debatte historisch ein und zeigt, dass viele aktuelle Konflikte aus älteren Entwicklungslinien stammen. Dadurch wird verständlich, warum schnelle Verbesserungen schwierig sind, aber auch, welche Stellhebel realistisch sind: Konzentration auf Kernfähigkeiten, Verlässlichkeit im Bündnis und eine Kultur, die Einsatzbereitschaft als dauerhafte Aufgabe begreift.