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Ein neuer Strukturwandel der Öffentlichkeit und die deliberative Politik ist ein kurzer theoretischer Band des Sozialphilosophen Jürgen Habermas, erschienen sechzig Jahre nach seinem einflussreichen Werk zum Strukturwandel der Öffentlichkeit. Im Zentrum steht ein Essay über die Folgen digitaler Plattformen für politische Kommunikation; ergänzt wird er durch Texte zur deliberativen Demokratie. Habermas untersucht weder einzelne Netzwerke noch technische Details, sondern die institutionellen Bedingungen demokratischer Meinungs- und Willensbildung. Seine Leitfrage lautet, ob eine durch soziale Medien geprägte Öffentlichkeit noch jene gemeinsame Orientierung erzeugen kann, auf die demokratische Selbstgesetzgebung angewiesen ist. Dabei kontrastiert er redaktionell verantwortete Massenmedien mit Plattformen, deren Nutzer zugleich Publikum und potenzielle Urheber sind. Der Band verbindet eine Zeitdiagnose der Digitalisierung mit einer normativen Theorie demokratischer Legitimität. Er verteidigt die Idee, dass politische Entscheidungen nur dann langfristig akzeptabel sind, wenn Bürger ihre Gründe öffentlich austauschen, strittige Behauptungen prüfen und einander grundsätzlich als gleichberechtigte Mitautoren der politischen Ordnung anerkennen können.