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#Lückenpresse #TendenziöseKontextualisierung #MainstreaminnerhalbdesMainstreams #Doppelstandards #RusslandBashing #Lckenpresse
Ulrich Teusch untersucht in diesem 2016 im Westend Verlag erschienenen Sachbuch die Vertrauenskrise etablierter Nachrichtenmedien. Der promovierte Politikwissenschaftler und erfahrene Hörfunkjournalist grenzt seinen Titel bewusst vom Vorwurf einer Lügenpresse ab. Seine These lautet nicht, dass Journalistinnen und Journalisten regelmäßig bewusst Unwahrheiten verbreiteten. Im Mittelpunkt stehen vielmehr Leerstellen: die Auswahl dessen, was sichtbar wird, das Weglassen relevanter Informationen sowie eine Bewertung, die bestimmte Deutungen begünstigt. Teusch beschreibt diese Prozesse als strukturelle Probleme eines medialen Mainstreams, nicht bloß als individuelle Fehler einzelner Redaktionen. An Beispielen aus der internationalen Politik, besonders der Berichterstattung über Russland, zeigt er nach eigener Argumentation, wie Gewichtung, Kontext und wiederkehrende Experten dominante Narrative erzeugen können. Das Buch ist zugleich Medienkritik und demokratietheoretischer Einwurf. Es fragt, ob Journalismus seine Kontrollfunktion erfüllen kann, wenn ökonomische, institutionelle und kulturelle Routinen den Meinungskorridor verengen. Sein Ziel ist ein urteilsfähigeres Publikum und eine selbstkritischere Medienpraxis.