Show Notes
- Amazon Germany Store: https://www.amazon.de/dp/3328105379?tag=9natreegerman-21
- Amazon Worldwide Store: https://global.buys.trade/So-viel-Freude%2C-so-viel-Wut-Nora-Imlau.html
- Apple Books: https://books.apple.com/us/audiobook/%C3%A4rger-wut-schmerz-stoppe-jetzt-die-spirale-der-toxischen/id1589554095?itsct=books_box_link&itscg=30200&ls=1&at=1001l3bAw&ct=9natree
- eBay: https://www.ebay.com/sch/i.html?_nkw=So+viel+Freude+so+viel+Wut+Nora+Imlau+&mkcid=1&mkrid=711-53200-19255-0&siteid=0&campid=5339060787&customid=9natree&toolid=10001&mkevt=1
- Weiterlesen: https://germanz.top/read/3328105379/
#gefühlsstarkeKinder #Emotionenbegleiten #CoRegulation #BindungsorientierteErziehung #Wutausbrüche #SovielFreudesovielWut
Dies sind die Erkenntnisse aus diesem Buch.
Erstens, Was gefühlsstarke Kinder ausmacht, Das Buch arbeitet heraus, dass gefühlsstark nicht gleichbedeutend ist mit unerzogen oder schwierig, sondern eine Temperamentsausprägung beschreibt. Manche Kinder reagieren sensibler auf Reize, wechseln schneller zwischen Gefühlslagen und erleben Emotionen körperlich spürbar, etwa als inneres Kribbeln, Druck oder Überforderung. Dadurch können alltägliche Übergänge wie Anziehen, Losgehen, Abschied oder Hausaufgaben rasch eskalieren. Nora Imlau ordnet diese Intensität als Zusammenspiel aus Veranlagung, Entwicklungsphase, Stresslevel und Umfeld ein. Eltern erhalten damit eine Sprache für das, was oft nur als Chaos erlebt wird. Statt das Kind auf Problemverhalten zu reduzieren, wird der Blick auf Bedürfnisse gelenkt, zum Beispiel nach Sicherheit, Zugehörigkeit, Autonomie oder Ruhe. So entsteht ein Rahmen, in dem emotionale Ausbrüche nicht als persönlicher Angriff verstanden werden, sondern als Signal. Das erleichtert es, angemessen zu reagieren und langfristig Kompetenzen aufzubauen, statt kurzfristig nur Symptome zu bekämpfen.
Zweitens, Gefühle verstehen statt Verhalten bestrafen, Ein zentraler Gedanke ist die Unterscheidung zwischen Gefühl und Handlung. Gefühle sind immer erlaubt, auch Wut, Neid oder Eifersucht, während nicht jedes Verhalten akzeptabel ist. Das Buch zeigt, wie Erwachsene diese Grenze klar und gleichzeitig verbindend ziehen können: erst Kontakt und Beruhigung ermöglichen, dann Orientierung geben. Eltern lernen, typische Eskalationsspiralen zu erkennen, in denen Drohungen, Strafen oder moralische Appelle die Erregung des Kindes oft erhöhen. Stattdessen wird eine Haltung vermittelt, die auf Co-Regulation setzt, also auf das Mit-Leihen von Ruhe und Struktur, bis das Kind wieder selbst steuern kann. Dabei spielt die innere Haltung der Erwachsenen eine große Rolle: Wenn Eltern den Ausbruch als Entwicklungsschritt und Stressreaktion interpretieren, bleiben sie eher handlungsfähig. Das Buch betont zudem, dass Kinder in starker Erregung kaum zugänglich für Diskussionen sind. Erst wenn der Körper wieder im grünen Bereich ist, werden Reflexion, Wiedergutmachung und Lernen möglich.
Drittens, Co-Regulation und Selbstregulation im Familienalltag, Das Buch macht greifbar, wie sich emotionale Regulation praktisch üben lässt, ohne daraus ein weiteres Leistungsprogramm zu machen. Co-Regulation beginnt bei den Erwachsenen: ruhige Stimme, klare Sätze, verlässliche Präsenz, körperliche Nähe nur wenn das Kind sie möchte. Daraus entwickeln sich Bausteine der Selbstregulation, etwa Gefühle benennen, Stresssignale im Körper erkennen und passende Strategien finden. Im Alltag werden Routinen als Entlastung beschrieben: feste Abläufe, frühzeitige Übergangsankündigungen, genügend Pufferzeiten und einfache Entscheidungen, die dem Kind Autonomie geben. Gleichzeitig werden Grenzen als Orientierung vermittelt, beispielsweise sichere Regeln für körperliche Aggression, Umgang mit Geschwistern oder Medienzeiten. Besonders hilfreich ist die Idee, nicht erst im Konflikt zu handeln, sondern bereits präventiv an Schlaf, Hunger, Reizüberflutung und sozialer Überforderung zu denken. Das Buch zeigt auch, dass Rückschritte normal sind und dass Regulation über Beziehung wächst. So entstehen langfristig mehr Gelassenheit und weniger Scham auf beiden Seiten.
Viertens, Der Einschätzungstest als Kompass, nicht als Etikett, Ein praktisches Element des Buches ist der Einschätzungstest für Eltern und Kinder. Er dient dazu, typische Merkmale und Alltagssituationen systematisch zu betrachten: Wie stark reagiert das Kind auf Veränderungen, wie schnell kippt Stimmung, wie intensiv ist Freude, wie ist die Reizempfindlichkeit, wie verlaufen Konflikte. Der Nutzen liegt vor allem darin, Muster sichtbar zu machen und das eigene Bauchgefühl zu sortieren. Das Buch betont dabei sinngemäß, dass ein Test keine Diagnose ersetzt und kein Kind in eine Schublade stecken sollte. Stattdessen kann er als Gesprächsanlass in der Familie dienen und helfen, das Kind in seiner Eigenart wertschätzend zu beschreiben. Für Eltern kann die Auswertung entlastend sein, weil sie zeigt, dass viele Herausforderungen typische Begleiterscheinungen sind und nicht automatisch auf Erziehungsfehler hindeuten. Gleichzeitig unterstützt der Test dabei, zu entscheiden, welche Strategien im Alltag priorisiert werden sollten und wann zusätzliche Unterstützung von außen sinnvoll sein kann.
Schließlich, Elterliche Selbstfürsorge und ein tragfähiges Umfeld, Ein weiterer wichtiger Schwerpunkt ist die Belastung der Eltern und die Notwendigkeit, das gesamte Familiensystem zu stabilisieren. Gefühlsstarke Kinder brauchen Erwachsene, die möglichst oft reguliert sind, doch genau das ist im Dauerstress schwer. Das Buch zeigt Wege, wie Eltern ihre eigenen Trigger erkennen und mit Schuldgefühlen oder Hilflosigkeit umgehen können. Selbstfürsorge wird nicht als Luxus dargestellt, sondern als Voraussetzung für gelingende Begleitung, etwa durch realistische Erwartungen, Pausen, klare Absprachen zwischen Bezugspersonen und das Einholen von Unterstützung. Auch der Umgang mit Kita, Schule und Familienkreis wird thematisch relevant: Wenn das Umfeld das Kind als absichtlich schwierig interpretiert, entstehen zusätzlicher Druck und Konflikte. Eltern profitieren von einer verständlichen Kommunikation über Bedürfnisse und Grenzen des Kindes. Das Buch ermutigt dazu, Kooperation zu suchen, ohne sich ständig rechtfertigen zu müssen. So wächst ein Netz aus Verständnis, das dem Kind Stabilität gibt und den Alltag für alle Beteiligten planbarer und freundlicher macht.