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#FeministischeErziehung #JungenundMännlichkeit #GrenzenundKonsens #CareArbeitundGleichberechtigung #SelbstreflexionElternschaft #ShnegroziehenalsFeministin
Dies sind die Erkenntnisse aus diesem Buch.
Erstens, Feministische Elternschaft zwischen Anspruch und Alltag, Ein zentrales Thema ist die Spannung zwischen feministischen Überzeugungen und den praktischen Anforderungen des Familienlebens. Behjat beleuchtet, wie schnell sich hohe Ideale im Alltag an scheinbar kleinen Situationen reiben: Spielzeugwahl, Kleidung, Kommentare aus dem Umfeld oder die Frage, wie man auf grenzüberschreitende Sprüche reagiert. Dabei wird deutlich, dass Feminismus in der Erziehung nicht nur aus richtigen Antworten besteht, sondern aus einer fortlaufenden Praxis des Hinterfragens. Wer Jungen begleitet, muss oft gleichzeitig trösten, begrenzen, erklären und Vorbild sein. Das Buch arbeitet heraus, dass Widersprüche keine Niederlage sind, sondern Hinweise auf die Komplexität sozialer Prägung. Ebenso wird das Problem der Selbstüberforderung sichtbar: Eltern sollen politisch bewusst, emotional verfügbar und konsequent sein, während sie unter Zeitdruck und Erwartungsdruck stehen. Die Autorin setzt dem ein realistisches Bild entgegen, in dem Lernprozesse erlaubt sind. Feministische Elternschaft wird hier als Haltung beschrieben, die Fehler anerkennt, Verantwortung übernimmt und den Mut hat, Regeln zu verändern, wenn sie ungerecht wirken. So entsteht ein praxisnaher Blick darauf, wie Werte in Beziehung übersetzt werden.
Zweitens, Männlichkeitsbilder, die Jungen formen und begrenzen, Das Buch widmet sich den kulturellen Skripten, die Jungen früh begegnen und ihre Spielräume einschränken. Behjat zeigt, wie Vorstellungen von Stärke, Coolness, Dominanz oder emotionaler Unverletzlichkeit nicht nur von Medien und Peergroups kommen, sondern auch subtil im Familien- und Bildungskontext weitergegeben werden. Das Thema ist nicht, Jungen Schuld zuzuschreiben, sondern sichtbar zu machen, wie männliche Sozialisation funktioniert und warum sie für alle Beteiligten Kosten erzeugt. Wenn Gefühle wie Angst oder Traurigkeit abgewertet werden, werden Empathie und Konfliktfähigkeit geschwächt. Das kann sich später in Beziehungsmustern, in Umgang mit Grenzen und in Gewaltfragen zeigen. Gleichzeitig beschreibt die Autorin die Ambivalenz, dass manche Jungen von männlichen Privilegien profitieren können, während sie zugleich unter den Anforderungen der Rolle leiden. Eine wichtige Linie ist daher die Entkoppelung von Männlichkeit und Macht. Statt Jungen in ein neues Ideal zu pressen, geht es um die Erweiterung ihres Repertoires: Gefühle benennen, Fürsorge lernen, Verantwortung teilen, Nein akzeptieren, Hilfe annehmen. So wird Erziehung zum Ort, an dem alternative Männlichkeiten konkret erfahrbar werden.
Drittens, Sprache, Grenzen und Konflikte im Familien- und Sozialraum, Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf Kommunikation: Wie spricht man mit Söhnen über Sexismus, Respekt und Grenzen, ohne nur zu moralisieren oder Angst zu erzeugen. Behjat arbeitet heraus, dass Sprache nicht nur Informationen vermittelt, sondern Beziehungen gestaltet. Eltern stehen vor der Aufgabe, klare Werte zu vertreten und gleichzeitig offen zu bleiben für Fragen, Scham und Irritation. Das Buch behandelt, wie man Situationen aufgreift, in denen Jungen andere abwerten, sich übergriffig verhalten oder problematische Inhalte wiederholen, die sie irgendwo aufgeschnappt haben. Dabei wird Konflikt als Lernraum verstanden: Konsequenzen sind wichtig, aber ebenso wichtig ist Erklärung und Wiederholung. Auch das Umfeld spielt eine Rolle, etwa Schule, Sportverein oder Verwandtschaft, in denen andere Normen gelten können. Behjat zeigt, wie Eltern Grenzen setzen können, ohne ihr Kind zu beschämen, und wie man zwischen Person und Verhalten unterscheidet. Zudem werden Gesprächsanlässe aus dem Alltag betont, die oft wirksamer sind als große Grundsatzreden. Die Leitidee ist, dass respektvolle Kommunikation, geübtes Einverständnis und ein klarer Umgang mit Nein nicht nur Schutz bieten, sondern den Jungen soziale Kompetenz und innere Sicherheit geben.
Viertens, Care-Arbeit, Vorbilder und die Politik des Privaten, Das Buch verankert Jungen-Erziehung in einer größeren gesellschaftlichen Realität: Wer sorgt, wer plant, wer tröstet, wer organisiert. Behjat macht deutlich, dass Gleichberechtigung nicht allein über Erklärungen an Kinder entsteht, sondern über gelebte Strukturen im Haushalt und in Beziehungen. Söhne beobachten sehr genau, wie Aufgaben verteilt werden, wie über Arbeit gesprochen wird und welche Tätigkeiten als selbstverständlich gelten. Wenn Fürsorge und Hausarbeit weiblich codiert bleiben, lernen Jungen implizit, dass ihnen diese Bereiche nicht wirklich gehören. Deshalb rückt das Buch die Bedeutung von Vorbildern und Rollenmodellen in den Mittelpunkt. Dazu zählen nicht nur Eltern, sondern auch Männer im Umfeld, die emotional präsent sind, Grenzen respektieren und Verantwortung teilen. Gleichzeitig zeigt Behjat, dass die Veränderung im Privaten politisch ist: Wer in der Familie Gleichwertigkeit praktiziert, schafft ein Gegengewicht zu gesellschaftlichen Mustern. Das umfasst auch Fragen wie Konsum, Mediennutzung, Umgang mit Geld und Status. In dieser Perspektive wird Erziehung zu einer Form von Alltagspolitik. Sie beginnt bei der fairen Aufgabenverteilung und reicht bis zu der Haltung, Konflikte nicht durch Autorität, sondern durch Aushandlung und Verantwortungsübernahme zu lösen.
Schließlich, Feminismus als Einladung zur Selbstreflexion statt Perfektion, Ein prägender Aspekt ist die Form des inneren Streitgesprächs, die Selbstkritik und Entwicklung erlaubt. Behjat zeigt, dass feministische Haltung nicht bedeutet, immer korrekt zu reagieren, sondern bereit zu sein, blinde Flecken zu erkennen. Gerade in der Erziehung können eigene Prägungen, Ängste und unbewusste Erwartungen stark wirken. Das Buch thematisiert, wie leicht Eltern in Schubladen denken, etwa wenn ein Junge laut, wild oder konkurrenzorientiert ist, und wie man trotzdem neugierig bleibt: Was steckt dahinter, welches Bedürfnis, welche Unsicherheit. Feminismus erscheint hier als Werkzeugkasten für Fragen: Wem nützt ein bestimmtes Verhalten, wen verletzt es, welche Alternativen gibt es. Auch Schuld und Scham werden als mögliche Begleiter angesprochen, aber nicht als Motor für Veränderung. Stattdessen setzt die Autorin auf Verantwortung und Lernfähigkeit. Das schließt ein, sich Hilfe zu holen, mit anderen Eltern zu sprechen und sich weiterzubilden. Indem das Buch die inneren Debatten offenlegt, entlastet es Leserinnen und Leser von der Idee, sie müssten perfekte Kinder hervorbringen. Es lädt dazu ein, Prozesse zu gestalten: Söhne auf dem Weg zu respektvollen Menschen zu begleiten, die ihre Gefühle kennen, Grenzen achten und in Gleichwertigkeit denken.