Show Notes
- Amazon Germany Store: https://www.amazon.de/dp/B005LKE8XE?tag=9natreegerman-21
- Amazon Worldwide Store: https://global.buys.trade/Wie-laut-soll-ich-denn-noch-schreien%3F-J%C3%BCrgen-Dehmers.html
- Apple Books: https://books.apple.com/us/audiobook/erziehen-ohne-anschreien-educate-without-screaming/id1489300578?itsct=books_box_link&itscg=30200&ls=1&at=1001l3bAw&ct=9natree
- eBay: https://www.ebay.com/sch/i.html?_nkw=Wie+laut+soll+ich+denn+noch+schreien+J+rgen+Dehmers+&mkcid=1&mkrid=711-53200-19255-0&siteid=0&campid=5339060787&customid=9natree&toolid=10001&mkevt=1
- Weiterlesen: https://german.9natree.com/read/B005LKE8XE/
#Odenwaldschule #sexuellerMissbrauch #institutionelleGewalt #Vertuschung #Aufarbeitung #Wielautsollichdennnochschreien
Wie laut soll ich denn noch schreien?: Die Odenwaldschule und der sexuelle Missbrauch von Jürgen Dehmers ist ein autobiografisch geprägter Bericht über sexualisierte Gewalt an der Odenwaldschule, einem deutschen Reforminternat, das lange einen besonderen pädagogischen Ruf genoss. Dehmers schreibt unter Pseudonym und beschreibt seine eigene Betroffenheit als ehemaliger Schüler in den 1980er Jahren. Im Zentrum steht nicht nur das individuelle Erleben von Übergriffen, sondern auch die Frage, wie eine Institution mit hohen moralischen Ansprüchen Strukturen entwickeln konnte, in denen Täter Macht ausüben und Warnsignale über Jahre überhört oder abgewehrt werden. Das Buch verbindet persönliche Erinnerung mit einer Anklage gegen Vertuschung, Wegsehen und die Schwierigkeiten der Aufarbeitung, die für Betroffene oft mit erneuten Belastungen verbunden ist. Zugleich richtet sich der Text an eine Öffentlichkeit, die dazu neigt, das Ausmaß institutioneller Gewalt zu unterschätzen. Das Buch wurde 2012 mit dem Geschwister-Scholl-Preis ausgezeichnet.
Wie laut soll ich denn noch schreien? ist für Leserinnen und Leser geeignet, die sich ernsthaft mit sexualisierter Gewalt, institutionellen Machtverhältnissen und Aufarbeitung beschäftigen wollen. Besonders relevant ist es für Pädagogik, Sozialarbeit, Psychotherapie, Journalismus, Recht und für alle, die Schutzkonzepte in Schulen oder Heimen verantworten. Der praktische Nutzen liegt weniger in Checklisten als in einem präzisen Verständnis von Dynamiken: wie Täter Macht ausnutzen, wie Abhängigkeiten wirken, wie Institutionen Kritik abwehren und warum Betroffene nicht einfach nur reden müssen, um gehört zu werden. Intellektuell bietet das Buch eine Verbindung aus persönlichem Zeugnis und struktureller Analyse, die den Fall Odenwaldschule als Beispiel für organisationale Blindheit und moralische Selbsttäuschung lesbar macht. Es sticht in seiner Kategorie heraus, weil es nicht bei der Skandalisierung stehen bleibt, sondern die zweite Ebene der Gewalt sichtbar macht: das Ringen um Anerkennung und die Folgeschäden durch Vertuschung und Abwehr. Die Auszeichnung mit dem Geschwister-Scholl-Preis unterstreicht die gesellschaftliche Bedeutung des Textes. Wer einen distanzierten, rein dokumentarischen Bericht erwartet, sollte sich auf eine emotional fordernde Lektüre einstellen, die jedoch durch Klarheit und Konsequenz überzeugt.