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#Fundamentalismus #Argumentation #kritischesDenken #Rhetorik #Diskussionsstrategien #WiemanmitFundamentalistendiskutiertohnedenVerstandzuverlieren
Dies sind die Erkenntnisse aus diesem Buch.
Erstens, Fundamentalismus als Denkstil erkennen, Das Buch macht verständlich, dass Fundamentalismus nicht nur am Inhalt einer Überzeugung hängt, sondern an der Art, wie Überzeugungen abgesichert werden. Charakteristisch ist ein Wahrheitsanspruch, der sich selbst bestätigt: Wer zustimmt, liefert Bestätigung, wer widerspricht, gilt als verblendet, böse oder manipuliert. Schleichert lenkt den Blick auf typische Mechanismen wie Immunisierungsstrategien, Autoritätsargumente, die Umdeutung von Gegenbelegen und die moralische Aufladung des Diskurses. Dadurch wird aus einer Diskussion schnell ein Loyalitätstest. Für Leserinnen und Leser ist diese Diagnose entlastend, weil sie erklärt, warum sachliche Faktenchecks oft wirkungslos bleiben. Zugleich ist sie nützlich, weil sie die eigentlichen Angriffs- und Ansatzpunkte sichtbar macht: nicht die große Weltanschauung frontal zu stürmen, sondern die argumentativen Sicherungen zu prüfen. Wer den Denkstil erkennt, kann besser entscheiden, ob ein Gespräch überhaupt sinnvoll ist, welche Erwartungen realistisch sind und wie man eigene Ressourcen schont. Damit legt das Buch die Grundlage für jede weitere Strategie: Erst das Verständnis der Struktur ermöglicht kluge Interventionen, statt sich im Inhalt zu verheddern.
Zweitens, Subversives Fragen statt frontaler Widerlegung, Ein zentrales Werkzeug ist das subversive Denken, das nicht mit dem Vorschlaghammer der Widerlegung arbeitet, sondern mit gezielten Fragen und Perspektivwechseln. Schleichert zeigt, wie man Aussagen so untersucht, dass die Gegenseite ihre Behauptungen präzisieren muss. Subversiv heißt dabei: höflich, aber konsequent; neugierig, aber nicht naiv. Fragen nach Kriterien, Ausnahmen, Grenzen oder praktischen Folgen können festgefahrene Positionen in Bewegung bringen, weil sie nicht direkt das Glaubenszentrum angreifen, sondern die Anschlussstellen der Argumentation. Statt zu sagen Das stimmt nicht, wird der Gesprächspartner eingeladen zu erklären, woran er Wahrheit erkennt, welche Beobachtung ihn umstimmen würde oder wie er mit widersprechenden Fällen umgeht. So wird die Beweislast fair verteilt und die übliche Asymmetrie aufgebrochen, in der nur eine Seite sich rechtfertigen soll. Leserinnen und Leser lernen, wie man mit ruhiger, klarer Sprache Gesprächsräume öffnet, ohne sich vereinnahmen zu lassen. Die Methode eignet sich besonders, wenn das Ziel nicht Sieg, sondern Denkbewegung ist, selbst wenn diese klein bleibt.
Drittens, Argumentationsmuster und Tricks sicher entlarven, Schleichert vermittelt ein Gespür für wiederkehrende Muster, die Diskussionen mit dogmatischen Gesprächspartnern prägen. Dazu gehören Verschiebungen der Begriffe, falsche Dichotomien, Scheinlogik, selektive Belege und das Spiel mit Schuld und Scham. Besonders wirksam sind Manöver, die Kritik als persönliches Fehlverhalten umdeuten oder den Kritiker in eine Verteidigungsposition drängen. Das Buch hilft, solche Bewegungen im Moment zu erkennen und zu stoppen, ohne aggressiv zu werden. Ein wichtiger Punkt ist das Trennen von Person und Argument: Man muss nicht die Identität des Gegenübers angreifen, um eine Behauptung zu prüfen. Ebenso wird deutlich, warum eine Diskussion entgleist, wenn man jeden Nebenkriegsschauplatz mitnimmt. Stattdessen empfiehlt sich, einen Punkt nach dem anderen zu klären, Begriffe zu definieren und zurück auf die ursprüngliche Behauptung zu führen. Leserinnen und Leser profitieren von einem praktischen Repertoire: Wie reagiert man auf Whataboutism, auf scheinbare Selbstverständlichkeiten oder auf die Behauptung, man dürfe gewisse Fragen nicht stellen. Damit werden Gespräche weniger zufällig und mehr steuerbar, auch wenn die Gegenseite mit rhetorischer Härte arbeitet.
Viertens, Gesprächsziele, Grenzen und Selbstschutz, Das Buch betont, dass nicht jede Diskussion geführt werden muss und dass Gesprächskompetenz auch Abbruchkompetenz umfasst. Schleichert hilft dabei, Ziele realistisch zu setzen: Will man überzeugen, Zweifel säen, Dritte im Raum erreichen oder schlicht die eigene Position sauber formulieren. Je nach Ziel verändern sich Ton, Tiefe und Aufwand. Wichtig ist auch die Frage nach Grenzen: Wenn das Gegenüber fortwährend abwertet, droht oder die Regeln der Fairness verweigert, kann das beste Argument wirkungslos bleiben und nur Energie kosten. Dann wird Selbstschutz zur rationalen Entscheidung. Das Buch liefert Anstöße, wie man Eskalationen vermeidet, ohne klein beizugeben: durch klare Meta-Kommunikation, durch das Benennen von Spielregeln und durch das Vermeiden von Triggern, die der fundamentalistische Stil gezielt nutzt. Dazu gehört auch, die eigene Emotion zu führen: Ärger ist verständlich, aber er macht oft vorhersehbar. Leserinnen und Leser lernen, wie man Ruhe bewahrt, Pausen setzt und Gespräche beendet, ohne das Gesicht zu verlieren. So wird Streitkultur nicht nur intellektuell, sondern auch psychologisch praktikabel.
Schließlich, Humor, Ironie und Perspektivwechsel als Hebel, Ein weiteres Element ist der kluge Einsatz von Humor und spielerischer Distanz. Schleichert versteht Humor nicht als Spott, sondern als Methode, starre Denkformen zu lockern und die eigene Gelassenheit zu sichern. Wo direkte Konfrontation Widerstand erhöht, kann ein leichter Perspektivwechsel eine neue Gesprächsdynamik ermöglichen. Ironie und paradoxe Zuspitzungen können Widersprüche sichtbar machen, allerdings nur dann, wenn sie respektvoll bleiben und das Gegenüber nicht bloßstellen. Das Buch zeigt, warum Humor in dogmatischen Kontexten besonders wirksam sein kann: Er entzieht dem Pathos den Sauerstoff, ohne in Zynismus abzugleiten. Gleichzeitig wird deutlich, dass Humor Grenzen hat und nicht jeden erreicht. Deshalb wird er als Werkzeug unter mehreren verstanden, kombiniert mit präzisen Fragen und klaren Regeln. Leserinnen und Leser erhalten damit eine Art Werkzeugkasten, der über reine Logik hinausgeht. Denn viele Diskussionen scheitern nicht an mangelnden Fakten, sondern an der sozialen Dramaturgie des Gesprächs. Wer diese Dramaturgie erkennt und mit Stilmitteln wie Humor, Umdeutung und klarem Framing arbeitet, bleibt souveräner, reduziert Konfliktkosten und erhöht die Chance, dass zumindest das Publikum oder das Gegenüber einen Moment des Nachdenkens erlebt.