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#KobaltLieferketten #Klickarbeit #GlobaleDatenökonomie #DigitaleHandelspolitik #GemeinwohlorientierteDigitalinfrastruktur #DigitalerKolonialismus
„Digitaler Kolonialismus“ von Ingo Dachwitz und Sven Hilbig ist ein politisches Sachbuch über die materiellen, wirtschaftlichen und geopolitischen Voraussetzungen der digitalen Gegenwart. Es wendet sich gegen die Vorstellung, Digitalisierung sei ein immaterieller, neutraler Fortschrittsprozess, und untersucht stattdessen die globalen Machtverhältnisse hinter Smartphones, Plattformen, Cloud-Infrastruktur und Künstlicher Intelligenz. Im Zentrum steht die These, dass sich koloniale Muster unter digitalen Bedingungen fortschreiben: Rohstoffe, Daten und niedrig bezahlte Arbeit werden häufig im Globalen Süden gewonnen beziehungsweise erbracht, während Kontrolle, Verwertung und Gewinne bei Konzernen und Staaten des Globalen Nordens sowie bei China konzentriert sind. Dachwitz, Tech-Journalist bei netzpolitik.org, und Hilbig, Experte für Digitalisierung und Handelspolitik, verbinden dabei politische Analyse mit einer verständlichen Darstellung konkreter Abhängigkeiten. Das 2025 bei C.H. Beck erschienene Buch fragt nicht nur nach den Schäden dieser Ordnung, sondern auch danach, welche politischen und gesellschaftlichen Ansätze eine gerechtere Digitalisierung ermöglichen könnten.